Entlassung des Testamentsvollstreckers

Der Testamentsvollstrecker kann nur vom Nachlassgericht entlassen werden. Der Erbe kann den Testamentsvollstrecker nicht kündigen.

Die Entlassung des Testamentsvollstreckers können insbesondere Erben, Miterben, Vermächtnisnehmer und Berechtigte einer Auflage beantragen. Nicht antragsberechtigt sind Nachlassgläubiger oder Gläubiger der Erben.

Entlassungsgründe

Voraussetzung für die Entlassung des Testamentsvollstreckers ist ein wichtiger Grund. Ein solcher liegt insbesondere bei grober Pflichtverletzung oder Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung vor.

Grobe Pflichtverletzung

Die Pflichtverletzung muss schuldhaft und erheblich sein.

Beispiele: Eine grobe Pflichtverletzung liegt vor, wenn der Testamentsvollstrecker

  • Anordnungen des Erblassers nicht befolgt,
  • eine unangemessen hohe Vergütung entnimmt,
  • den Nachlass völlig unwirtschaftlich verwaltet,
  • das Nachlassverzeichnis nicht oder unvollständig erstellt und dabei die Interessen der Erben gefährdet,
  • den Erben nur unzulänglich Auskunft erteilt oder eine Rechnungslegung unterlässt.

Der Umstand, dass die Erben dem Testamentsvollstrecker nicht vertrauen, reicht allein als Grund für dessen Entlassung nicht aus. Das Misstrauen muss vielmehr auf einem pflichtwidrigen Verhalten des Testamentsvollstreckers beruhen.

Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung

Der Entlassungsgrund der Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung setzt kein Verschulden des Testamentsvollstreckers voraus.

Beispiel:

Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung ist gegeben, wenn der Testamentsvollstrecker

  • wegen Krankheit oder aus anderen Gründen längere Zeit abwesend ist und ein Ende der Abwesenheit nicht absehbar ist,
  • fachlich oder charakterlich völlig ungeeignet ist.

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