Beschränkung des Pflichtteils in guter Absicht

Die Pflichtteilsbeschränkung in guter Absicht ist eine Gestaltungsempfehlung des Gesetzgebers. Sie gibt Eltern, deren Kinder zur Verschwendung neigen oder verschuldet sind, die Möglichkeit, den Nachkommen das Familienvermögen zu erhalten.

Verschuldung von Abkömmlingen

Als Erblasser können Sie einem Abkömmling, (Kinder, Enkel, Urenkel) den Pflichtteil beschränken, wenn er sich in einem solchen Maß der Verschwendung ergeben hat oder in einem solchen Maß überschuldet hat, dass sein späterer Lebensunterhalt gefährdet ist. Wenn also zu erwarten ist, dass der Erwerb durch Gläubiger des Abkömmlings gepfändet oder durch den Abkömmling selbst vergeudet wird und auf diese Weise verloren geht, können Sie die "gut gemeinte" Pflichtteilsbeschränkung vornehmen.

Testament oder Erbvertrag

Die Pflichtteilsbeschränkung in guter Absicht können Sie nur durch ein Testament oder einen Erbvertrag anordnen. In der Verfügung muss der Grund der Beschränkung ausdrücklich angegeben werden.

Tipp:

  • Als Erblasser sollten Sie alle Informationen, die eine Überschuldung oder die Verschwendungssucht belegen, dokumentieren. Der Grund der Beschränkung muss bei Errichtung der Verfügung von Todes wegen bestehen und beim Erbfall vorliegen.

Gestaltung

Die genannten Gründe berechtigen Sie als Erblasser nicht zur Kürzung des Pflichtteils, sondern nur zu bestimmten Beschränkungen, nämlich der Anordnung der Vor- und Nacherbfolge oder der Dauertestamentsvollstreckung, die Sie auch nebeneinander anwenden können.

  • Sie können Ihren pflichtteilsberechtigten Abkömmling nur zum Vorerben einsetzen und bestimmen, dass nach dem Tod des Abkömmlings dessen gesetzliche Erben das ihm Hinterlassene oder dem ihm gebührenden Pflichtteil als Nacherben oder als Vermächtnisnehmer nach dem Verhältnis ihrer gesetzlichen Erbteile erhalten sollen. Damit wird die Vorerbschaft vor dem Zugriff der Gläubiger des Abkömmlings geschützt. Erträge der Erbschaft (z.B. Mieteinnahmen, Zinserträge) können nur gepfändet werden, soweit sie pfändbar sind.
  • Als Erblasser können Sie für die Lebenszeit des Abkömmlings die Verwaltung einem Testamentsvollstrecker übertragen. In diesem Fall hat der Abkömmling Anspruch auf den Reinertrag. Damit entziehen Sie Ihrem Abkömmling das Verfügungsrecht unter Lebenden und den Gläubigern des Abkömmlings den Zugriff auf den Nachlass.

Tipp:

  • Lassen Sie sich aber fachkundig beraten, wenn Sie eine Pflichtteilsbeschränkung in guter Absicht anordnen wollen.

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