Grundsätze der Haftung des Erben

Der Erbe erwirbt nicht nur das Nachlassvermögen, sondern haftet zunächst grundsätzlich auch unbeschränkt für die Schulden des Erblassers und für die durch den Erbfall entstehenden Verbindlichkeiten.

Erbe haftet mit seinem Gesamtvermögen

Für diese sogenannten Nachlassverbindlichkeiten haftet der Erbe gesetzlich mit seinem gesamten Vermögen, das sich nach dem Erbfall aus seinem Privatvermögen und dem durch den Erbfall erworbenen Nachlass zusammensetzt. Die Nachlassgläubiger können sich also mit ihren Forderungen sowohl an das Privatvermögen des Erben als auch an das Aktivvermögen des Nachlasses halten.

Allerdings räumt das Gesetz dem Erben die Möglichkeiten ein, seine Haftung unter bestimmten Voraussetzungen und mit bestimmten Maßnahmen zu beschränken. In diesem Fall wird dann der Nachlass vom Privatvermögen des Erben getrennt. Er haftet dann für Nachlassverbindlichkeiten nicht mehr mit seinem eigenen Vermögen. Der Nachlassgläubiger kann sich vielmehr nur noch an den Nachlass halten und nicht mehr auf das Privatvermögen des Erben zugreifen.

Haftung kann auf Nachlass beschränkt werden

Der Erbe haftet zwar zunächst für die Nachlassverbindlichkeiten unbeschränkt, das heißt mit dem Nachlass und seinem Privatvermögen, er hat allerdings die Möglichkeit, seine Haftung gegenüber den Nachlassgläubigern, also gegenüber denjenigen Personen, die Forderungen gegen den Nachlass haben, auf das Vermögen des Nachlasses zu beschränken.

Erbe verliert Möglichkeiten zur Haftungsbeschränkung

Hat allerdings der Erbe seine gesetzlich eingeräumte Möglichkeit, seine Haftung zu beschränken, verloren, dann haftet er unbeschränkt mit seinem Privatvermögen und dem Nachlass. Das ist gegenüber allen Nachlassgläubigern insbesondere der Fall, wenn er eine ihm gesetzte Inventarfrist fruchtlos verstreichen lässt oder wenn er absichtlich ein unrichtiges Inventar errichtet.

Im Inventar werden die Nachlassgegenstände und die bestehenden Nachlassverbindlichkeiten verzeichnet. Es dient insbesondere bei einem unübersichtlichen Nachlass dem Interesse des Erben, indem er einen Überblick über die Vermögensverhältnisse des Nachlasses erhält.

Der Erbe ist berechtigt, ein Inventar aufzustellen und beim Nachlassgericht einzureichen. Auf Antrag eines Nachlassgläubigers hat das Nachlassgericht dem Erben eine Frist zur Inventarerrichtung zu setzen. Errichtet der Erbe das Inventar nicht in der gesetzten Frist, haftet er für die Nachlassverbindlichkeiten endgültig unbeschränkt, das heißt, er muss die Schulden des Erblassers aus seinem eigenen Vermögen begleichen. Entsprechendes gilt, wenn der Erbe Vermögenswerte verschweigt oder wissentlich falsche oder unvollständige Angaben macht.

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