Klage des Miterben auf Teilung des Nachlasses

Wenn die Erben keine Einigung über die Teilung des Nachlasses erreichen, kommt als letzter Weg zur Beendigung der Erbengemeinschaft die sogenannte Auseinandersetzungsklage in Betracht. Sie ist auf die Zustimmung zu einem bestimmten Aufteilungsplan gerichtet.

Tipp:

  • Die Auseinandersetzungsklage ist letztlich der einzige rechtliche Weg, die gewünschte Nachlassteilung zwangsweise durchzusetzen, wenn eine einvernehmliche Teilung unter den Miterben nicht zustande kommt. Allerdings handelt es sich hier um ein aufwändiges und unter Umständen kostenträchtiges gerichtliches Verfahren mit einem für den Kläger beträchtlichen Prozessrisiko.

Die Auseinandersetzungsklage kann von jedem Miterben erhoben werden und zwar unabhängig von der Größe seines Erbteils. Anspruchsberechtigter ist auch der für einen Erbteil eingesetzte Testamentsvollstrecker anstelle des betreffenden Miterben. Die Klage müssen Sie grundsätzlich gegen die übrigen Miterben richten, wenn diese sich der Teilung des Nachlasses widersetzen.

Voraussetzungen

Die Klage eines Miterben auf Teilung des Nachlasses einer Erbengemeinschaft setzt voraus, dass der Nachlass "teilungsreif" ist. Es muss also eindeutig feststehen oder zumindest feststellbar sein, welche Aktiva und Passiva im Nachlass vorhanden sind. Wenn also z.B. die Miterben über den Umfang des Nachlasses streiten, ist die notwendige Teilungsreife nicht gegeben. Nicht erforderlich ist, dass die Nachlassverbindlichkeiten beglichen worden sind.

Weil die Klage auf Zustimmung zu einem bestimmten Teilungsplan gerichtet sein muss, muss der Kläger einen solchen detaillierten Teilungsplan vorlegen. Falls nur einzelne Miterben dem vorgelegten Teilungsplan nicht zustimmen, sind also nur diese zu verklagen. Für die Auseinandersetzungsklage ist nicht Voraussetzung, dass zuvor erfolglos ein Vermittlungsverfahren vor dem Nachlassgericht stattgefunden hat.

Erhebung der Klage

Zuständig für die Klage ist das Gericht, in dessen Bezirk der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte. Für den Kläger fallen Gebühren nach dem Gerichtskostengesetz an. Diese Gebühren, berechnet nach dem Wert seines Erbteils, muss der Kläger mit der Einreichung der Klage einzahlen.

Tipp:

  • Bevor Sie als Miterbe eine Auseinandersetzungsklage erheben, sollten Sie in jedem Fall fachkundigen Rat bei einem Anwalt einholen. Wenn die Klage wegen des Streitwerts vor dem Landgericht zu erheben ist, besteht ohnehin Anwaltszwang.

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