Haftung für Nachlassverbindlichkeiten vor der Teilung des Nachlasses

Das Gesetz verpflichtet die Miterben, vor der Teilung des Nachlasses, also insbesondere vor der Teilung eines Überschusses, die Nachlassverbindlichkeiten zu erfüllen; das gilt auch, wenn eine Nachlassverbindlichkeit nur einen Miterben belastet (z.B. eine Auflage oder ein Vermächtnis). Wenn so verfahren wird, ergeben sich für Sie erst gar keine Haftungsprobleme nach der Teilung des Nachlasses.

Tipp:

  • Als Miterbe haben Sie einen Anspruch gegenüber Ihren anderen Miterben, dass die gemeinschaftlichen Nachlassverbindlichkeiten beglichen werden. Soweit erforderlich, sind Nachlassgegenstände zu veräußern und in Geld umzusetzen. Dies bedarf der Zustimmung aller Miterben. Einen Miterben, der dem widerspricht, müssen Sie auf Zustimmung verklagen.

Gesamtschuldnerische Haftung

Für gemeinschaftliche Nachlassverbindlichkeiten, also für Verbindlichkeiten, mit denen alle Miterben belastet sind, haften diese gesamtschuldnerisch. Das bedeutet, dass jeder Miterbe für die jeweilige Nachlassverbindlichkeit in vollem Umfang einzustehen hat. Der Nachlassgläubiger, also derjenige, der gegen den Nachlass eine Forderung hat, hat bis zur Teilung des Nachlasses zwei Möglichkeiten, gegen den oder die Miterben vorzugehen:

  • Er kann jeden einzelnen Miterben auf Leistung in voller Höhe seiner Forderung verklagen. Dabei kann er entweder mehrere oder alle Miterben einzeln nacheinander oder gleichzeitig verklagen.
  • Er kann stattdessen die Miterben gemeinschaftlich in Anspruch nehmen und Klage gegen alle Miterben erheben.

Beachten Sie, dass die gesamtschuldnerische Haftung nur für gemeinschaftliche Nachlassverbindlichkeiten besteht. Ist dagegen ein Miterbe mit einer Nachlassverbindlichkeit allein beschwert (z.B. mit einem Vermächtnis), dann kann nur dieser Miterbe vom Nachlassgläubiger in Anspruch genommen und verklagt werden.

Haftungsbeschränkung

Als Miterbe ist Ihnen gesetzlich die Möglichkeit eingeräumt, einen Nachlassgläubiger, der Sie mit einer Forderung in Anspruch nehmen will, auf den Nachlass zu verweisen. Damit können Sie verhindern, dass Sie auch mit Ihrem Privatvermögen haften.

Tipp:

  • In einem Rechtsstreit müssen Sie sich ausdrücklich auf das Ihnen gesetzlich zustehende Leistungsverweigerungsrecht berufen. Andernfalls wird es nicht berücksichtigt und Sie haften für Nachlassverbindlichkeiten auch mit Ihrem Privatvermögen.

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