Gemeinsame Verwaltung des Nachlasses

Die Verwaltung des Nachlasses steht in der Erbengemeinschaft den Erben gemeinschaftlich zu. Zur ordnungsgemäßen Verwaltung ist jeder Miterbe verpflichtet. Notwendige Erhaltungsmaßnahmen kann aber jeder Miterbe allein treffen.

Was "verwalten" bedeutet

Unter der Verwaltung sind alle rechtlichen und tatsächlichen Maßnahmen zu verstehen, die erforderlich sind, um den Nachlass in Besitz zu nehmen, ihn zu sichern, zu erhalten, zu vermehren und die Nachlassverbindlichkeiten zu begleichen.

Beispiel: Zur Verwaltung des Nachlasses gehören die Inbesitznahme des Nachlasses, die Begleichung laufender Verbindlichkeiten, alle Arten von Rechtsgeschäften, die sich auf den Nachlass bzw. auf die Nachlassgegenstände beziehen (z.B. Miet- und Pachtverträge, Kündigungen), die Begleichung von Nachlassschulden einschließlich Vermächtnis- und Pflichtteilsschulden, die Durchsetzung von Forderungen.

Wer über Verwaltungsmaßnahmen entscheidet

Gesetzlich steht die Verwaltung des Nachlasses den Miterben gemeinschaftlich zu, wobei jeder Miterbe dem anderen gegenüber verpflichtet ist, zu Maßnahmen, die zur ordnungsgemäßen Verwaltung erforderlich sind, mitzuwirken. Konkret bedeutet das folgendes:

  • Maßnahmen, die über die ordnungsmäßige Verwaltung hinausgehen, können nur mit Zustimmung aller Miterben vorgenommen werden. Wenn also eine zum Nachlass gehörende Immobilie verkauft werden soll, bedarf dies des Einvernehmens aller Miterben.
  • Für Maßnahmen der ordnungsmäßigen Verwaltung genügt ein Mehrheitsbeschluss. Die Mehrheit wird nach Erbteilen berechnet, nicht nach der Zahl der Miterben.
  • Tipp:

    • Ob eine ordnungsmäßige Verwaltung vorliegt oder eine Maßnahme über die ordnungsmäßige Verwaltung hinausgeht, ist nach dem konkreten Einzelfall zu beurteilen. Maßgebend sind u.a. das Kosten- und Nutzen-Verhältnis und die Aufschiebbarkeit einer Maßnahme. Zu einer ordnungsmäßigen Verwaltung zählen erforderliche Reparatur- und Instandsetzungsmaßnahmen, soweit sie aus Nachlassmitteln beglichen werden können, oder der Abschluss oder die Kündigung eines Mietvertrags über einen Nachlassgegenstand. Keine ordnungsmäßige Verwaltungsmaßnahme würde dagegen vorliegen, wenn die Miterben die Nachlassverwaltung einer Person übertragen wollen und diese Person mit weit reichenden Vollmachten ausgestattet werden soll.
  • Unaufschiebbare Maßnahmen, also Maßnahmen, die dringend erforderlich sind, um eine Beeinträchtigung des Nachlasses zu vermeiden (z.B. Reparatur einer defekten Heizung in den Wintermonaten) kann jeder Miterbe allein mit Wirkung für alle Erben treffen.

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