Herausgabeanspruch des Erben

Als Erbe können Sie vom Erbschaftsbesitzer, das heißt demjenigen, der etwas aus der Erbschaft aufgrund eines ihm in Wirklichkeit nicht zustehenden Erbrechts erlangt hat, verlangen, dass er den Nachlassgegenstand an Sie herausgibt. Wie bereits dargelegt ist der Erbschaftsbesitzer verpflichtet, Ihnen über den Bestand der Erbschaft und über den Verbleib der Nachlassgegenstände Auskunft zu erteilen.

Herausgabeanspruch

Als Erbe haben Sie ein Interesse daran, nach Eintritt des Erbfalls den Nachlass ausgehändigt zu bekommen. Befindet sich der Nachlass im Besitz eines anderen, können Sie von diesem die Herausgabe verlangen. Dies gilt auch, wenn Sie Vorerbe sind. Auch als Miterbe können Sie die Herausgabe an alle Miterben gemeinsam verlangen.

Tipp:

  • Herausgabepflichtig ist der Erbschaftsbesitzer; das ist jeder, der aufgrund eines ihm in Wirklichkeit nicht zustehenden Erbrechts etwas aus dem Nachlass erlangt hat. Auch von einem Miterben können Sie die Herausgabe von Nachlassgegenständen verlangen, wenn dieser sich eine ihm gegenüber den anderen Miterben nicht zustehende Erbenstellung anmaßt. Nicht zum Kreis der Erbschaftsbesitzer gehören der Testamentsvollstrecker, der Nachlassverwalter und der Nachlassinsolvenzverwalter.

Ihr Erbschaftsanspruch erstreckt sich auf die Herausgabe aller Gegenstände, die der Erbschaftsbesitzer aus dem Nachlass erlangt hat. Die Gegenstände müssen sich allerdings tatsächlich in der Erbschaft befunden haben; nicht von Bedeutung ist, ob sie früher im Eigentum des Erblassers waren.

Erwerb mit Nachlassmitteln

Der Erbschaftsbesitzer muss auch das herausgeben, was er durch Rechtsgeschäft mit Mitteln der Erbschaft erworben hat.

Beispiel: A hat unter Berufung auf sein angebliches Erbrecht aus dem Nachlass einen Schrank an B veräußert und dafür 10.000 Euro erhalten. Im Testament als Alleinerbe eingesetzt ist allerdings C. Der Alleinerbe kann von A Zahlung von 10.000 Euro verlangen.

Tipp:

  • Als Erbe können Sie vom Erbschaftsbesitzer auch die Herausgabe aller Nutzungen, die er aus dem Nachlass gezogen hat, verlangen. Herauszugeben sind alle Früchte und Gebrauchsvorteile. Wenn also z.B. der Erbschaftsbesitzer ein zum Nachlass gehörendes Haus bewohnt und dadurch Aufwendungen (z.B. Miete) gespart hat, haben Sie als Erbe einen Anspruch auf Wertersatz in Höhe der ersparten Aufwendungen.

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