Anfechtung wegen Irrtums im Beweggrund

Das Testament kann angefochten werden, soweit der Erblasser zu der Verfügung durch die irrige Annahme oder Erwartung des Eintritts oder Nichteintritts eines Umstands bestimmt worden ist.

Motivirrtum

Nicht jede Fehlvorstellung des Erblassers berechtigt zur Anfechtung des Testaments. In Betracht kommen vielmehr nur besonders schwerwiegende Umstände, die, wenn sie dem Erblasser bekannt gewesen wären, dazu geführt hätten, dass dieser nicht so abciert hätte.

Beispiele
Irrtümer, die zur Anfechtung des Testaments berechtigen, sind u.a.

  • der Irrtum über die Vermögensverhältnisse,
  • der Irrtum über das Verhalten des eingesetzten Erben oder
  • der Irrtum darüber, dass zwischen dem Erblasser und dem eingesetzten Erben ein bestimmtes Verwandtschaftsverhältnis besteht.

Arglistige Täuschung

Das Testament kann auch dann angefochten werden, wenn es auf einem durch arglistige Täuschung herbeigeführten Irrtum beruht.

Tipp:

  • Die schwierige Rechtsfrage, ob ein gesetzlich anerkannter Grund für die Anfechtung eines Testaments vorliegt, können Sie nicht allein entscheiden. Schalten Sie also in jedem Fall einen fachkundigen Anwalt ein.

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