Widerruf des gemeinschaftlichen Testaments

Von Bedeutung ist, ob es sich um einseitige oder um wechselbezügliche Verfügungen der Eheleute handelt.

Widerruf einseitiger Verfügungen

Einseitige, also nicht wechselbezügliche Verfügungen kann jeder Ehegatte jederzeit (auch nach dem Tod des anderen) frei widerrufen. Die Zustimmung des anderen Ehegatten ist nicht erforderlich. Der Widerruf kann durch Widerrufstestament, durch ein widersprechendes Testament oder durch Vernichtung oder Veränderung des Testaments erfolgen. Bei einem öffentlichen gemeinschaftlichen Testament kann der Widerruf einer einseitigen Verfügung allerdings nicht in der Form erfolgen, dass das Testament durch den Erblasser aus der besonderen amtlichen Verwahrung genommen wird; hierfür bedarf es der Zustimmung des anderen Ehegatten.

Gemeinsamer Widerruf wechselbezüglicher Verfügungen

Gemeinsam können Ehegatten auch wechselbezügliche Verfügungen aus der Welt schaffen. Dabei stehen ihnen alle Formen des Widerrufs zur Verfügung, um die Wirksamkeit der wechselbezüglichen Verfügungen zu beseitigen. In Betracht kommen insbesondere ein gemeinschaftliches Widerrufstestament, die gemeinschaftliche Rücknahme des notariellen Testaments aus der besonderen amtlichen Verwahrung oder die einvernehmliche Vernichtung oder Änderung des Testaments. Der Widerruf kann auch durch die Errichtung eines neuen gemeinschaftlichen Testaments oder durch widersprechende Verfügungen in einem neuen Testament erfolgen. Auch durch einen Erbvertrag können wechselbezügliche Verfügungen widerrufen werden.

Einseitiger Widerruf wechselbezüglicher Verfügungen

Ein einseitiger Widerruf einer wechselbezüglichen Verfügung durch einen Ehegatten - gleichgültig, ob es sich um ein notarielles oder eigenhändiges gemeinschaftliches Testament handelt - kann nur durch von einem Notar beurkundete Erklärung gegenüber dem anderen Ehegatten erfolgen. Die Widerrufserklärung wird erst wirksam, wenn sie dem anderen Ehegatten zugegangen ist. Der Widerruf einer wechselbezüglichen Verfügung hat, wenn nichts anderes bestimmt ist, zur Folge, dass damit automatisch auch die entsprechende Verfügung des anderen Ehegatten unwirksam ist.

Beispiel:
Die Eheleute A und B haben sich in einer wechselbezüglichen Verfügung gegenseitig zu Alleinerben eingesetzt. Wenn A die Erbeinsetzung ihres Ehegatten formgerecht widerruft, ist sie damit automatisch auch nicht mehr Erbe des B.

Das Widerrufsrecht einer wechselbezüglichen Verfügung erlischt mit dem Tod des anderen Ehegatten. In diesem Fall kann die Verfügung nur dann aufgehoben werden, wenn der überlebende Ehegatte das ihm vom verstorbenen Zugewendete ausschlägt.

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