Rechtliche Stellung des Vorerben

Der Vorerbe ist Erbe des Erblassers und damit Inhaber der zum Nachlass gehörenden Gegenstände. Auf ihn geht das Eigentum und der Besitz des Erblassers über, daneben aber auch dessen Verbindlichkeiten. Er ist berechtigt, für die Zeit der Vorerbschaft das Erbe zu nutzen und darüber zu verfügen.

Tipp:

  • Der Vorerbe ist gesetzlich in seinen Verwaltungs- und Verfügungsbefugnissen erheblichen Beschränkungen unterworfen. Dessen sollten Sie sich bewusst sein, wenn Sie Ihren Ehegatten als Vorerben einsetzen wollen und ihn damit wirtschaftlich versorgen wollen. So kann zum Beispiel der überlebende Ehegatte als Vorerbe das ihm überlassene Hausgrundstück nicht verwerten, wenn er in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Deshalb ist die wirtschaftliche Versorgung des überlebenden Ehegatten durch ein Berliner Testament im Regelfall besser gewährleistet.

Gesetzliche Verfügungsbeschränkungen


In seiner Verfügungsbefugnis wird der Vorerbe in mehrfacher Hinsicht beschränkt:

  • Verfügungen über Grundstücke und Rechte an Grundstücken sind im Falle des Eintritts des Nacherbfalls insoweit unwirksam, als sie das Recht des Nacherben vereiteln oder beeinträchtigen würden.
  • Der Vorerbe darf keine Schenkungen aus dem Nachlass vornehmen. Betroffen sind nicht nur Grundstücke, sondern Nachlassgegenstände jeglicher Art (z.B. auch bewegliche Sachen). Unentgeltliche Verfügungen sind insoweit unwirksam, als sie das Recht des Nacherben vereiteln oder beeinträchtigen würden.
  • Der Vorerbe hat auf Verlangen des Nacherben bestimmte, zur Erbschaft gehörende Wertpapiere zu hinterlegen.
  • Er hat Geld mündelsicher anzulegen.

Verzeichnis über Nachlassgegenstände aufstellen

Der Vorerbe ist verpflichtet, ein Verzeichnis über die Nachlassgegenstände aufzustellen, wenn die Nacherben dies verlangen. Er hat den Nachlass ordnungsgemäß zu verwalten und die Nachlassverbindlichkeiten zu erfüllen.

Nutzungen der Erbschaft

Die Nutzungen der Erbschaft (z.B. Mieteinnahmen, Zinserträge) stehen dem Vorerben bis zum Eintritt des Nacherbfalls zu. Er darf aber die Nachlassgegenstände nicht für eigene Zwecke verbrauchen; andernfalls ist er beim Nacherbfall dem Nacherben zum Wertersatz und bei Verschulden zum Schadensersatz verpflichtet.

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