Erbrechtliche Versorgung minderjähriger Kinder

Ein minderjähriges Kind kann ohne weiteres Alleinerbe oder Miterbe sein. Allerdings bestehen gegenüber einem volljährigen Erben einige Besonderheiten. So wird der Minderjährige bei der Annahme der Erbschaft durch seine gesetzlichen Vertreter, in der Regel von seinen Eltern vertreten. Diese haben das Vermögen (wenn es den Wert von 15.000 Euro übersteigt), welches Ihr Kind von Todes wegen erwirbt, zu verzeichnen und das Nachlassverzeichnis beim Familiengericht einzureichen.

Verwaltung des Vermögens

Das vom Minderjährigen geerbte Vermögen wird von seinen Eltern bzw. vom sorgeberechtigten Elternteil verwaltet. In einigen Fällen bedürfen die Eltern zu Rechtsgeschäften für das Kind der Genehmigung des Familiengerichts, so unter anderem für diverse Grundstücksgeschäfte, für Miet- und Pachtverträge, Kreditaufnahmen und Bankgeschäfte. Liegt die Genehmigung nicht vor, so ist das Rechtsgeschäft unwirksam.

Tipp:

  • Als Erblasser, der einem minderjährigen Kind etwas vererbt, können Sie in Ihrer Verfügung von Todes wegen anordnen, wie die Eltern des Kindes bzw. ein Elternteil das vererbte Vermögen zu verwalten haben. Sie können aber auch bestimmen, dass sich die Vermögenssorge der Eltern nicht auf das vom Kind geerbte Vermögen erstrecken soll.

Einsetzung eines Testamentsvollstreckers

Sie können auch einen Testamentsvollstrecker einsetzen, der das Vermögen des Kindes verwaltet, bis das Kind ein bestimmtes Alter erreicht hat. In diesem Fall würden allerdings die Eltern die gesetzlichen Kontrollrechte über den Testamentsvollstrecker ausüben.

Pflegschaft

Als Erblasser haben Sie auch das Recht, in Ihrem Testament den Eltern oder einem Elternteil das Recht, das dem Kind vererbte Vermögen zu verwalten, zu entziehen. In diesem Fall muss das Familiengericht eine Pflegschaft anordnen, wobei Sie die Möglichkeit haben, ausdrücklich anzuordnen, welche Person als Pfleger zu bestellen ist. Sie können auch einen Pfleger benennen. In diesem Fall kann dann das Kind mit Vollendung des 18. Lebensjahrs sein Vermögen selbst verwalten.

Verwaltungsanordnungen

Als Erblasser, der einem minderjährigen Kind etwas vererbt, können Sie auch anordnen, wie Ihr Ehegatte das vererbte Vermögen zu verwalten hat. An Ihre Anordnungen sind nur die Eltern bzw. der Elternteil, nicht das Kind gebunden. Mit Vollendung des 18. Lebensjahrs kann das Kind frei über das Vermögen verfügen. Die Bindung der Eltern bzw. des Elternteils an die Anordnungen beschränkt sich allerdings auf das Innenverhältnis. Ihre Verfügungen, die von Ihren Anordnungen abweichen, bleiben also trotzdem wirksam.

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