Eigenhändiges Testament

Das privatschriftliche oder eigenhändige Testament können Sie ohne Einschaltung eines Notars, einer Urkundsbehörde oder einer anderen öffentlichen Stelle durch eine eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichten.

Eigenhändig schreiben

Sie müssen die gesamte Testamentserklärung selbst mit der Hand schreiben. Nicht ausreichend ist eine mit einer Schreibmaschine oder mit einem PC erstellte Erklärung. Auch wenn Sie Ihr Testament einer anderen Person diktieren, ist die gesetzlich vorgeschriebene Form nicht erfüllt. Wichtig ist, dass der Text lesbar ist. Ein nicht lesbares Testament ist nichtig.

Gleichgültig ist, ob Sie in Schreibschrift oder in Druckbuchstaben schreiben. Wichtig ist, dass die charakteristischen Züge Ihrer Handschrift ohne Weiteres erkennbar sind. In welcher Sprache Sie Ihr Testament verfassen, ist unbeachtlich. Allerdings muss der Text verständlich sein. Das eigenhändige Testament muss nicht formvollendet sein. Rechtschreibfehler, Streichungen oder Verbesserungen sind ohne Bedeutung. Allerdings muss es lesbar sein und Ihr Wille muss in der Erklärung zweifelsfrei und umfassend zum Ausdruck kommen.

Eigenhändig unterschreiben

Ihr Testament müssen Sie eigenhändig unterschreiben und damit bestätigen, dass Ihre Erklärung ernsthaft ist und kein unverbindlicher Entwurf vorliegt. Fehlt im Testament die Unterschrift, ist es unwirksam. Der Formfehler kann nicht geheilt werden. Im Gegensatz zum Text des Testaments muss Ihre Unterschrift nicht leserlich sein. Ausreichend ist, dass die Unterschrift wegen ihrer charakteristischen und persönlichen Merkmale erkennbar ist. Im Regelfall muss die Unterschrift unter der letzten Zeile des Textes stehen, um auszudrücken, dass der Text beendet ist. Die Unterschrift soll Ihren Vor und Familiennamen enthalten. Unterschreiben Sie in anderer Weise (zum Beispiel mit "Euer Vater") und reicht diese Unterzeichnung aus, um Ihre Urheberschaft zweifelsfrei festzustellen, ist das Testament wirksam. Besteht Ihr Testament aus mehreren, nicht miteinander verbundenen Blättern, ist es ausreichend, wenn Sie auf dem letzten Blatt unterschreiben, wenn ein inhaltlicher Zusammenhang Ihres Textes erkennbar ist. Nachträgliche Radierungen oder Änderungen im Testament müssen Sie nicht gesondert unterschreiben. Gleichwohl wird empfohlen, nachträgliche Änderungen mit Datum und Unterschrift zu versehen.

Ort und Datum

Das Gesetz schreibt vor, dass Sie in Ihrem Testament angeben "sollen", an welchem Ort und zu welcher Zeit Sie das Testament errichtet haben. Das Fehlen dieser Angaben macht Ihr Testament aber nicht unwirksam. Aus Beweisgründen wird aber dringend empfohlen, den Zeitpunkt der Errichtung des Testaments anzugeben. Wenn nämlich mehrere sich widersprechende Testamente vorliegen, kann fraglich sein, welches Testament das Aktuelle ist.

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