Gesetzliches Erbrecht adoptierter Kinder

Von Bedeutung ist, ob es sich um ein minderjähriges adoptiertes Kind oder um eine Volljährigenadoption handelt.

Minderjährig adoptiertes Kind

Ein minderjährig adoptiertes Kind wird gegenüber seinen Adoptiveltern erbrechtlich wie ein leibliches Kind behandelt. Ihm steht das volle Erbrecht und Pflichtteilsrecht gegenüber dem Annehmenden, dessen Eltern und Großeltern zu. Das adoptierte Kind verliert allerdings alle gesetzlichen Erbansprüche gegenüber seinen leiblichen Eltern. Nur wenn ein Ehegatte das Kind des anderen Ehegatten annimmt, bleiben die erbrechtlichen Verhältnisse auch zu den leiblichen Verwandten bestehen; das Verwandtschaftsverhältnis und damit das gesetzliche Erbrecht erlischt nur gegenüber dem anderen leiblichen Elternteil. Und auch wenn ein Kind adoptiert wird, mit dem die Annehmenden im zweiten oder dritten Grad verwandt oder verschwägert sind, erlischt nur das Verwandtschaftsverhältnis des Kindes und seiner Abkömmlinge zu den leiblichen Eltern.

Tipp:

  • Wenn Sie als Annehmender Ihr Vermögen nicht an das minderjährig adoptierte Kind vererben wollen, müssen Sie das Kind enterben. Allerdings bleibt dem Kind der Anspruch auf den Pflichtteil. Soll dem Kind auch der Pflichtteil nicht zustehen, so bedarf es eines Pflichtteilsverzichtsvertrags. Dieser kann allerdings erst dann wirksam abgeschlossen werden, wenn das Kind volljährig ist.

Adoption eines Volljährigen

Mit der Adoption eines Volljährigen entsteht ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen Ihnen als Annehmendem und dem Adoptierten. Das angenommene Kind steht also Ihnen gegenüber ein volles Erb- und Pflichtteilsrecht zu. Durch die Annahme entsteht allerdings kein Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Adoptierten und Ihren Verwandten (z.B. Ihren Eltern), mithin also auch kein gesetzliches Erbrecht. Die erbrechtlichen Beziehungen zwischen dem Adoptierten und seiner leiblichen Familie bleiben bestehen. Bei einer Erwachsenenadoption hat der Adoptierte daher bezüglich vier Elternteilen ein gesetzliches Erbrecht.

Tipp:

  • Eine Adoption kann unter erbschaftsteuerlichen Gesichtspunkten sinnvoll sein, weil das angenommene Kind einer wesentlich günstigeren Steuerklasse angehört und ihm wesentlich höhere Steuerfreibeträge zustehen.

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