Überraschungen bei gesetzlicher Erbfolge

Eine von der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e.V. im Jahr 2006 in Auftrag gegebene Studie über die "Erbrechtliche Vorsorge in Deutschland" kommt zu dem Ergebnis, dass fast drei Viertel der Befragten keine Verfügung von Todes wegen errichtet haben. 18 Prozent haben ihren Nachlass in einem Testament geregelt, einen Erbvertrag haben 5 Prozent abgeschlossen. Verheiratete und verwitwete Personen haben signifikant häufiger ein Testament verfasst oder einen Erbvertrag abgeschlossen als Ledige oder Personen, die getrennt oder in Scheidung leben. Mit steigendem monatlichem Nettoeinkommen wächst der Anteil derjenigen, die eine Verfügung von Todes wegen errichtet haben. Und mit zunehmendem Alter steigt der Anteil derjenigen, die den eigenen Nachlass durch Testament oder Erbvertrag geregelt haben.

Falsche Vorstellungen über gesetzliche Erbfolge

Man darf sicher nicht davon ausgehen, dass alle diejenigen, die kein Testament errichten oder einen Erbvertrag abschließen, ihr Vermögen über die gesetzliche Erbfolge weitergeben wollen. In der Praxis birgt nämlich die gesetzliche Erbfolge so manche Überraschung. Kinderlose Ehepaare gehen beispielsweise häufig davon aus, dass der überlebende Ehepartner ohnehin im Wege der gesetzlichen Erbfolge Alleinerbe wird. Dem ist allerdings nicht so, und zwangsläufig besteht eine Erbengemeinschaft zwischen dem überlebenden Ehegatten und den Eltern des Erblassers oder sogar mit dessen Geschwistern. Auch Ehepaare mit Kindern schätzen häufig die gesetzliche Erbfolge falsch ein, indem sie davon ausgehen, dass es einer letztwilligen Verfügung nicht bedarf, wenn der überlebende Ehepartner Alleinerbe sein soll. Und auch der Umstand, dass die gesetzliche Erbfolge im Regelfall zu einer Erbengemeinschaft mit allen Komplikationen führt (z.B. dass der Nachlass während der Dauer der Erbengemeinschaft von allen Miterben gemeinschaftlich verwaltet werden muss), ist vielen, die von der Errichtung einer letztwilligen Verfügung absehen, nicht bewusst. Falsche Vorstellungen über die gesetzliche Erbfolge führt also in vielen Fällen zu einer falschen, oft sogar zu einer verhängnisvollen Nachlassplanung.

Erbengemeinschaft

Wenn Sie kein Testament errichten, müssen Sie davon ausgehen, dass im Erbfall in der Regel eine Erbengemeinschaft entsteht. Je mehr Erben vorhanden sind, desto komplizierter wird die Angelegenheit. Die möglichst unkomplizierte individuelle Nachlassplanung mit der Möglichkeit, individuelle Gestaltungsmöglichkeiten einzusetzen, setzt im Regelfall die Errichtung eines Testaments oder den Abschluss eines Erbvertrags voraus.

Nicht selten widerspricht also die gesetzliche Erbfolge den Vorstellungen des Erblassers. Um Ihr Vermögen in die richtige Richtung zu lenken, bedarf es deshalb der Kenntnis der Grundzüge des gesetzlichen Erbrechts und auf dieser Grundlage dann einer durchdachten Nachlassplanung.

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