Einsetzung eines Ersatzerben

Für den Fall, dass ein Erbe vor oder nach Eintritt des Erbfalls wegfällt, können Sie in Ihrer Verfügung von Todes wegen einen Ersatzerben, also einen anderen Erben einsetzen. Der von Ihnen zunächst eingesetzte Erbe kann aus verschiedenen Gründen wegfallen. So kann der zuerst Berufene bereits vor dem Erbfall versterben oder er kann die angefallene Erbschaft ausschlagen; ferner kann Ihre Verfügung von Todes wegen wirksam angefochten werden. Für diese Fälle können Sie eine Ersatzerbschaft verfügen.

Zunächst berufener Erbe muss ausfallen

Der Ersatzerbe wird nur Erbe, wenn der zunächst berufene Erbe vor oder nach dem Erbfall aus einem der genannten oder aus anderen Gründen wegfällt. Durch die Benennung eines Ersatzerben werden die Abkömmlinge des ausgefallenen Erben ausgeschlossen.

Tipp:

  • Die Anordnung einer Ersatzerbschaft ist ein wichtiges Gestaltungsmittel in Ihrem Testament. Sie verhindern damit in erster Linie den Eintritt der gesetzlichen Erbfolge, deren Folgen von Ihnen unter Umständen nicht gewünscht sind. Ferner können Sie die sogenannte Anwachsung verhindern, die bei mehreren eingesetzten Erben eintreten kann. Haben Sie nämlich als Erblasser durch ein Testament mehrere Personen in der Weise zu Miterben berufen, dass sie die gesetzliche Erbfolge ganz ausschließen und fällt einer der eingesetzten Miterben vor oder nach dem Erbfall weg, dann wächst, sofern Sie nichts anderes bestimmt haben, der Anteil des Weggefallenen den übrigen Miterben im Verhältnis ihrer Erbteile an; die Miterben erben also einen proportional vergrößerten Erbteil. Wenn Sie das vermeiden wollen, müssen Sie eine Ersatzerbschaft anordnen.

Ersatzerbe kraft Gesetzes

Selbst wenn Sie nicht ausdrücklich eine Ersatzerbschaft bestimmt haben, kann sich diese unmittelbar aus dem Gesetz ergeben. Danach gilt: Haben Sie als Erblasser einen Ihrer Abkömmlinge bedacht und fällt dieser nach der Errichtung des Testaments weg, so ist, wenn Sie nichts anderes angeordnet haben, anzunehmen, dass dessen Abkömmlinge insoweit bedacht sind, als sie bei der gesetzlichen Erbfolge an dessen Stelle treten würden. Die Ersatzerbschaft tritt in diesem Fall also kraft gesetzlicher Vermutung ein, wenn Sie keine abweichenden Regelungen treffen.

Beispiel:
Der Erblasser hat seine Tochter als Alleinerbin eingesetzt, will aber auf keinen Fall, dass deren Sohn (sein Enkelkind) anstelle der Tochter erbt. In diesem Fall muss der Erblasser einen Ersatzerben (z.B. seine Geschwister) einsetzen, andernfalls würde das Enkelkind kraft gesetzlicher Vermutung anstelle der Mutter erben.

Keine Rechte am Nachlass vor dem Erbfall

Der Ersatzerbe hat vor dem Erbfall keine Rechte am Nachlass. Nach dem Wegfall des zunächst berufenen Erben rückt er in dessen Stellung ein; er ist dann unter Umständen mit Auflagen und Vermächtnissen belastet. Im Zweifel trifft ihn auch eine Ausgleichspflicht.

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