Teilungsverbot

Wollen Sie als Erblasser verhindern, dass ein Miterbe nach Eintritt des Erbfalls die Aufteilung des Nachlasses verlangen kann, können Sie durch Testament die Auseinandersetzung des Nachlasses oder einzelner Nachlassgegenstände ausschließen oder von der Einhaltung einer Kündigungsfrist abhängig machen. Sie können die Auseinandersetzung auf bestimmte Zeit oder auf Dauer, im Regelfall aber für höchstens 30 Jahre nach dem Eintritt des Erbfalls verbieten.

Motive

Motiv für ein Teilungsverbot kann sein, dass Sie das Vermögen oder Teile davon als Einheit erhalten oder eine vorschnelle Verschleuderung des Nachlasses verhindern wollen. Sie können durch ein Teilungsverbot aber auch gewährleisten, dass Ihre Erben den Nachlass erst dann unter sich aufteilen, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben.

Tipp:

  • Im Regelfall ist die Anordnung eines Teilungsverbots in Bezug auf den gesamten Nachlass oder einzelner Nachlassgegenstände problematisch. Lassen Sie sich deshalb vor einer entsprechenden Anordnung in in Ihrem Testament eingehend beraten.

Abweichende Verteilung des Nachlasses

Trotz Teilungsverbots ist die Aufteilung des Nachlasses unter Ihren Erben möglich, wenn

  • sich Ihre Erben einig sind, sich über das Teilungsverbot hinwegzusetzen,
  • ein wichtiger Grund vorliegt. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn wegen des Teilungsverbots eine Verschlechterung des Nachlasses droht oder innerhalb der Erbengemeinschaft unüberwindliche Spannungen bestehen.

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