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DVEV Ratgeber Erbrecht - unsere monatlichen Presseartikel

16. 3.2020: Ist ein Testament auf einem eingerissenen Notizzettel wirksam?

Ein Testament ist nicht von vorne herein unwirksam, weil es auf ungewöhnlichem Material, wie einem Notizzettel, errichtet wurde. Um den Testierwillen in diesem Fall zu ermitteln, ist auf alle, auch außerhalb des Zettels liegenden Umstände, zurückzugreifen. Auch dass der Zettel eingerissen ist, bedeutet nicht zwangsläufig den Widerruf des Testaments, entschied das OLG München in seinem Beschluss v. 28.1.2020, den die DVEV verkürzt wiedergibt.
(OLG München, Beschluss v. 28.1.2020 – 31 Wx 229/19, 31 Wx 230/19, 31 Wx 231/19, Beck RS 2020, 654)


20.2.2020: Nur ein geeigneter Sachverständiger kann Testierfähigkeit feststellen

Die Beurteilung der Testierfähigkeit des Erblassers ist grundsätzlich Fachärzten für Psychiatrie vorbehalten. Die Auswahl eines ungeeigneten Sachverständigen beeinträchtigt die Gewährung des rechtlichen Gehörs des Betroffenen und stellt damit einen Verfahrensfehler dar, entschied das OLG München in seinem Beschluss vom 14.1.2020, den die DVEV verkürzt wiedergibt.
(OLG München, Beschluss v. 14.1.2020 – 31 Wx 466/19, BeckRS 2020, 64)


27.1.2020: Wer wird Erbe bei Verteilung des Vermögens nach einzelnen Gegenständen?

Hat der Erblasser in seinem Testament sein gesamtes Vermögen nach Einzelgegenständen unter den bedachten Personen aufgeteilt, ist in der Regel anzunehmen, dass er eine Erbeinsetzung bezweckt hat. Allerdings folgt daraus nicht, dass alle benannten Personen zu Erben berufen sind. Vielmehr ist die Erbeinsetzung vom Wert des zugewandten Gegenstandes abhängig, entschied das OLG Oldenburg in seinem Hinweisbeschluss vom 1.10.2019.
(OLG Oldenburg, Hinweisbeschluss vom 1.10.2019, 3 W 76/19, Beck RS 2019, 28539)

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